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| Eingetragen am 29. April 2008 |
In Deutschland benötigen wir gesundheitspolitisch eine Neujustierung der Beiträge und Leistungen in der Krankenversicherung. Die Trennung zwischen gesetzlicher und privater KV ist überholt und sollte zu einer "Pflicht zur Versicherung" aller Bürger umgewandelt werden.
Die Politik muss auch endlich einsehen, dass Gesundheitserziehung und Prävention gesellschaftspolitische Aufgaben und demnach über Steuern zu finanzieren sind, genauso wie auch familienpolitische Ausgaben in der derzeitigen KV. Eine gleichzeitig konsequente Strukturreform würde riesige Summen (zweistellige Milliarden Euro) einsparen. Dadurch würde die heutige "Zwei-Klassen-Medizin" überwunden. Leider geht wohl der Murks in der heutigen Gesundheitspolitik weiter.
Übrigens: Es ist nicht nachzuvollziehen, warum den gesetzlichen Krankenkassen nicht untersagt wird, die Mitgliedergewinnung als Aufgabenstellung vorne an zu stellen, zu Lasten ihrer kranken Versicherten. Als Mittel zum Zweck dieser Mitgliedergewinnung und Haltearbeit werden Marketingaktivitäten eingesetzt, z.B. Kooperationen mit Fitnisstudios, Reisekonzernen und Sportvereinen sowie Sportverbänden, Wellnessaktionen, Bilderausstellungen, Schulvorträge, Zusammenstellung von Bewerbungsmappen und Anleitungen für Bewerbungsgespräche, Beschickung der kasseneigenen Vorsorge-Kureinrichtungen (Tango/Fango) usw. Ziemlich unbekannt ist in der Bevölkerung, dass die gesetzlichen Krankenkassen ihre gesamte Organisationsstruktur entsprechend darauf ausgerichtet haben. Diese absolut nicht typischen Kassenaufgaben verursachen erhebliche Personalbindungen (Milliarden Euro jährlich), die letztlich zur Finanzmittelverknappung für gesetzliche Leistungsansprüche führen. Die Bundesaufsicht und die Länderaufsichten schweigen dazu.
Günter Steffen, Lemwerder
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